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Donnerstag19 Januar 2017

Körperliche Änderungen

So fassbar die körperlichen Änderungen in der Pubertät sind (hormonal gesteuerte Ausprägung der männlichen und weiblichen Figur und des Geschlechtscharakters, definitives Längenwachstum), im wesentlichen ist die Adoleszenz in unserer Kultur ein biopsychologisches und soziologisches Phänomen:

Die Zerwürfnisse mit den Ansprüchen des Erwachsenseins sind vordergründig, der Jugendliche sieht sich veranlasst sich aus den Interdependenzen des Kindseins lösen wie auch in allen zentralen Lebensbereichen autark und selbstverantwortlich werden.

In dieser Begebenheit des Wandels sind Konflikte, in erster Linie Rollen- und Statuskonflikte, unumgänglich. Die Adoleszenz dauert in unserer Zivilisation besonders lang.

Je komplexer die Ansprüche einer Volksgruppe sind, desto mehr braucht es, bis man zu einem gleichrangigen Mitglied geworden ist; in primitiven Kulturen gibt es eine Adoleszenz in unserem Sinngehalt keinesfalls.

Jeder Adoleszent muss sich in der Adoleszenz mit gegenständlichen Themen auseinandersetzen (so geheißene epochal autarke Aufgaben).

Eine solcher Aufgaben ist die Ich-findung. Grundlage hierfür ist die erst in diesem Lebensintervall machbare Selbstreflexion, die Kontemplation über sich selbst.

Im Zuge dessen wird auch das Einfühlungsgabe für fremdpsychologische Prozesse erreichbar. In der Literatur werden aktuell differenziertere Charakterdarstellungen gewünscht, und weiters der Sinn für Natur und Kunst erwacht.

Die Selbst-findung beginnt bei der elementaren Betrachtung des eigenen Äußeren (Identifikation mit den Maßstäben der Peer-Organisation, Nachahmen von erfolgreichen Individuen) und wechselt dann zusehends auf Eignungen, Eigenschaften und innere Qualitäten. Vorbilder (lebendige oder historische Personen oder Helden der Literatur) sind bei der Ichfindung von Relevanz.

Erstaunlich ist, dass die Wahl der Vorbilder schichtdependent ist: Adoleszente der Unterschicht wählen eher prestigevolle SportlerInnen und FilmschauspielerInnen zum Idol.

Sie richten sich dabei an deren Triumph und an deren äussere Präsenz. Adoleszente der Mittel- und Oberschicht wählen zum Leitbild eher Wissenschaftler und engagierte Politiker, wenngleich sie den Charakter und die persönliche Attitüde gerade wertschätzen.

Mit zunehmendem Lebensalter und gradueller Selbstprofilierung verringert sich die Bedeutung der Vorbilder. Die Bedeutung der Erziehungsberechtigten als Idoler ist nicht eindeutig, sie scheint jedoch überaus bedeutend zu sein.

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