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Donnerstag30 März 2017

Geschlechtscharakter der männlichen und weiblichen Figur

So offensichtlich die physischen Dynamiken in der Adoleszenz sind (hormonal gesteuerte Manifestation der männlichen und weiblichen Figur und des Geschlechtscharakters, kompromissloses Längenfortentwicklung), im essenziellen ist die Pubertät in unserer Zivilisation ein biopsychisches und soziologisches Erscheinungsbild:

Die Disputation mit den Anforderungen des Erwachsenseins sind vordergründig, der Jugendliche ist veranlasst sich aus den Dependenzen des Kindseins lösen wie noch in allen essenziellen Lebensbereichen unabhängig und selbstverantwortlich werden.

In dieser Konstellation des Übergangs sind Konflikte, vor allem Rollen- und Statuskonflikte, unabweisbar. Die Pubertät dauert in unserer Kultur außergewöhnlich lang.

Je schwieriger die Erfordernisse einer Sozialstruktur sind, desto mehr braucht es, bis man zu einem gleichrangigen Mitglied geworden ist; in primitiven Zivilisationen gibt es eine Adoleszenz in unserem Sinngehalt keinesfalls.

Jeder Adoleszent darf sich in der Pubertät mit determinierten Aufgaben auseinandersetzen (so benannte epochal autarke Aufgaben).

Eine jener Aufgaben ist die Ich-findung. Erfordernis zu diesem Zweck ist die erst in diesem Alter realisierbare Selbstbetrachtung, das Nachsinnen über sich selbst. Im Zuge dessen wird außerdem das Aufnahmefähigkeit für fremdpsychologische Vorgänge realisierbar.

In der Literatur werden zurzeit differenziertere Persönlichkeitsdarstellungen gewünscht, und außerdem der Sinn für Natur und Kunst erwacht.

Die Ich-findung beginnt bei der elementaren Prüfung des eigenen Äußeren (Identifizierung mit den Maßstäben der Peer-Organisation, Nachahmung von erfolgreichen Persönlichkeiten) und wechselt später zügig auf Tauglichkeiten, Eigenschaften und innere Qualitäten.

Leitbilder (lebende oder historische Personen oder Helden der Literatur) sind bei der Ichfindung von Maßgeblichkeit.

Erstaunlich ist, dass die Auslese der Vorbilder schichtabhängig ist: Adoleszente der Unterschicht selektieren eher prominente AthletInnen und FilmschauspielerInnen zum Vorbild.

Sie lehnen sich dabei an deren Fortuna und an deren externe Präsenz. Jugendliche der Mittel- und Oberklasse selektieren zum Idol eher Wissenschaftler und involvierte Politiker, womit sie den Charakter und die private Innere Haltung im Besonderen anerkennung zollen.

Mit steigendem Lebensalter und allmählicher Selbstprofilierung mindert sich die Signifikanz der Leitbilder. Die Bedeutsamkeit der Eltern als Idoler ist keineswegs eindeutig, sie scheint gleichwohl äußerst beachtenswert zu sein.

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