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Sonntag26 Februar 2017

Reizreaktionen und Lernprozesse

Die Entscheidungsfaktoren der Entfaltung sind Vererbung, Milieu und Selbststeuerung.

Kongenital sind strukturell-hereditäre wie noch separat-genetische Merkmale, zusätzlich bestimmte Instinkte und Erbkonstellationen.

Auf Grund der Reifung entwickeln sich die Erbanlagen im organischen Bereich und prägen die Grundannahme und Voraussetzung für die Weiterentwicklung neuer Auftretensformen, etwa Gehen, Sprechen, Denken.

Ohne geeignetes Wachstum des Körpers und Fortentwicklung von Gehirn und Nervenzellen ist die Akquisition dieser Verhaltensformen ausgeschlossen.

Die Wechselwirkungen zwischen Individuum und Umwelt zeigen sich vor allem in Lernprozessen. Lernen wird an diesem Punkt ganz generalisierend definiert als Verhaltensrevision oder in Erscheinung treten neuer Verhaltensformen als Entgegnung auf bestimmte Umgebungseindrücke.

Es kommt darauf an, ob die vermittelten Umgebungsreize systematisch oder zufällig einen Lernvorgang hervorrufen, werden verschiedene Arten des Lernens unterschieden.

Damit man schlechthin etwas erlernen kann, sollen determinierte biologische Bedingungen erfüllt sein: Die Feinanordnung der Gehirnrinde, d. h. ein enges Netz von Nervenfaserrelationen, muß auf Grund eines idealen Lern- und Reizangebotes geformt werden.

Lernen und Realisierung der Gehirnstrukturen haben eine konzentrierte gegenseitige Interaktion. Das Wissensdurstverhalten und die ungeplante Funktionsübung sind weitere biologische Ausgangsebenen des Lernens.

Die beiden entscheidenden Spezialitäten allen Erlernens sind das Generalisieren (Verallgemeinern einer Lernerfahrung) und das Distinguieren (Unterscheiden vergleichbarer Reizgegebenheiten).

Essenzielle Formen des Lernens sind die bedingte Reizreaktion bzw. die abhängige Reaktion beim Menschen und die instrumentale Konditionierung; sie kommen obendrein bei Tieren vor.

Bei der bedingten Reizreaktion (klassische Programmierung) geht es darum, auf Vorsignale zu reagieren. Häufig handelt es sich um Lernprozesse im biologischen Bereich; aber ferner im psychischen Bereich sind abhängige Reaktionen möglich (Abwehrhandeln).

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