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Sonntag26 Februar 2017

Reifung und Entfaltung

Die Entfaltung der Persönlichkeit ist ein einbeziehender Ablauf, das heißt: die daran involvierten Faktoren stehen in enger gegenseitiger Relation. Im einzelnen Leben vermögen die verschiedenartigen Aspekte indes eine unterschiedlich große Wichtigkeit haben:

Veranlagung (Gene)

Sozio - kulturelle Aspekte (Einwirkung der Angehörigen, der weiteren sozialen Nachbarschaft
und des Kulturkreises auf das Einzelwesen)

Selbststeuernde Neigungen - Innerseelische, lebhafte Faktoren, unterschwellige dynamische Abläufe

Bei der mitwirkenden oder operativen Konditionierung ist das Individuum rege. Es führt Erreichen (Belohnung) bzw. Fehlschlag (Unterbleiben der Belohnung oder Strafe) selbst herbei.

Diese Lernform darf praktisch in allen Lebensbereichen (erkenntnismäßig, affektiv und sozial) angewendet werden. Folglich ihre zentrale Maßgeblichkeit für die gesamte Pädagogik.

Die besten Lernerfolge können vermöge intermittierender, durchgehender Stärkung und durch tunlichst klarer Überlegungen über die begrüßenswerten Handlungsweisen erzielt werden.

Das Erlernen zufolge Einsicht ist eine Denkvermögenserrungenschaft und beruht auf dem Verstehen von Zusammenhängen zwischen den verschiedenen Kriterien einer Situation.

Ehemalig erlernte Problematiklösungen können ohne vorheriges Testen auf korrespondierende Situatipnen angewendet werden. Emotionale und soziale Verhaltensweisen werden an erster Stelle anhand Nachbildung und Identifizierung mit einer Modellperson gelernt.

Die Modellperson hat Idolcharakter und stimuliert, ihre Handlungsweisen, Mentalitäten, Haltungen und so weiter nachzuahmen.

Voraussetzung zu diesem Zweck  ist eine positive Interaktion zum Modell. Unmittelbare Nachahmung ist personenunabhängig und ereignet sich überwiegend oft in den ersten Lebensjahren .

Die ambitionierteren Gestalten des Lernens sind einzig dem Menschen bestimmt. Im gravierenden sind dieses: Das Begriffe-Erlernen, das Regel-Lernen und das Lernen mittels Einsicht.

Das Individuum als Persönlichkeit ist allerdings keineswegs bloß ein Ergebnis von Disposition und Umwelt. Zufolge Vitalstärke und Interessenrichtung vermag er seiner Dynamik durch Selbststeuerung Veranlassungen zu geben.

Die Ausdehnung der selbststeuernden Tendenzen ist über die Vitalität und Interessenrichtung hinaus auch von der Erziehung abhängig.

Eine anspornende, zur Eigenständigkeit aktivierende, nicht beschränkende Erziehung darf dabei eine maßgebliche positive Nachwirkung haben.

Das Kooperation der divergenten Bestimmungsfaktoren ist eine wichtige Grundlage und zugleich ein Merkmal jedes Evolutionsvorgangs.

Besonders prägnant wird das im Zusammenwirken von Reifung und Erlernen:

In den maßgeblichen Perioden sind anhand bestimmter Reifungsvorkommnisse ideale Lernbedingungen gegeben. In diesen Entwicklungsabschnittn lassen sich determinierte Handlungsweisen deswegen besonders einfach aneignen.

Sobald es an Motiven während dieser gewichtigen Zeiträumen mangelt, so ist ein ' Aufarbeiten ' zu einem späteren Zeitpunkt keineswegs undurchführbar, jedoch schon beeinträchtigt.

Den Anschluss finden an verpassten Lernvorgänge ist umso bequemer, je früher Anlass hierfür existiert.

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