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Samstag29 April 2017

Affirmative und widrige Gefühle

Die Weltanschauung des Vorschulkindes divergiert elementar von dem Weltbewusstsein des Erwachsenen. Das Kind hat einen kleinen Übungsschatz und kann bislang nicht folgerichtig denken.

Als einzigen Wechselbeziehungspunkt hat es sich selbst, seine Wünsche, Emotionen und Erfahrungen;

die Dinge aus Distanz sehen, sie unbefangen begreifen, kann es bislang nicht.

Darum nimmt es an, daß ebendiese mit denselben Merkmalen und Eignungen versehen sind wie es selbst (Egozentrismus).

Die unbelebte Welt wird anthropomorphisiert, sie ist nichts vom Menschen Losgelöstes. Anstoß und Effekt können in ihrer Relation bislang nicht gesehen werden (ermangelndes Kausalempfinden).

Auf die Anfrage 'warum?' gibt es für das kleine Kind allein die Durchführung einer Absicht (Finalismus). Alles hat seine gänzlich bestimmte Perspektive in der Weltauffassung des Kindes.

Das Denken des Kindes ist transzendent. Ereignisse werden wegen geheimer Kräfte und höherer Mächte herbeigeführt.

Mithin entsteht eine Weltanschauung glaubend an die magischen Gestalten der Kinderstube und der Fabelgeschichten.

Das Denken ist zusätzlich prälogisch und rezeptionsgebunden. Es kann keinesfalls hergeleitet und generalisiert, und ein Prozess kann nicht als invertierbar vorgestellt, werden.

Das Bewusstsein für Dynamiken fehlt immer wieder bzw. die Beurteilung von Variationen ist einzig an die Perzeption gebunden.

Egozentrismus und Anthropomorphismus bewirken eine starke gefühlsmäßige Besetzung der Umgebung.

Affirmative und widrige Gefühle und Erfahrungen kombinieren sich mit Menschen, Dingen und Orten, die nur akzidentellen Zusammenhang mit den Geschehnissen haben (physiognomische Auffassung der Umwelt).

Affektive Konditionierungen in diesem Alter mögen die Grundhaltung des Kindes zu seiner Umwelt ausschlaggebend beeinflussen.

Der Höhepunkt der kleinkindhaften Weltanschauung fällt ins 4. Altersjahr und wird dann mit der Zeit abgebaut.

Der gravierende Schritt zur Abnahme der magischen Weltanschauung ist die Kenntniserlangung der Kondition der Eigenbewegung alles Lebenden.

Unbelebten Dingen werden unterdies keine menschlichen Merkmale mehr zugeschrieben, das Denken wird stets wirklichkeitsnäher.

Ungefähr Ende der Vorschulzeit beginnen sich Übung und Denken zusammen zu decken und die Generalisierung von Einzelerfahrungen wird möglich.

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