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Freitag18 August 2017

Ablaufschritte eines Vorschulkindes

Die Weltauffassung des Vorschulkindes unterscheidet sich bedeutend von dem Weltbewusstsein des Erwachsenen. Das Kind hat einen geringen Übungsschatz und mag bislang nicht diskursiv denken. Als alleinigen Verbindungspunkt hat es sich selbst, seine Wünsche, Emotionen und Erlebnisse;

die Dinge aus Entfernung sehen, sie objektiv aufnehmen, kann es noch nicht. Darum nimmt es an, daß solche mit denselben Attributen und Tauglichkeiten versehen sind wie es selbst (Egozentrismus).

Die leblose Welt wird menschlich gemacht, sie ist nichts vom Menschen Losgelöstes. Motiv und Auswirkung können in ihrer Korrelation noch nicht gesehen werden (ermangelndes Ursachenempfinden). Auf die Anfrage 'warum?' gibt es für das kleine Kind allein die Vollendung einer Perspektive (Finalismus).

Alles hat seine gänzlich bestimmte Absicht in der Weltauffassung des Kindes. Das Denken des Kindes ist metaphysisch. Geschehnisse werden zufolge geheimer Kräfte und höherer Mächte entfacht. Mithin entsteht eine Weltanschauung glaubend an die phantastischen Gestalten der Kinderstube und der Märchengeschichten.

Das Denken ist darüber hinaus prälogisch und wahrnehmungsgebunden. Es kann nicht abgeleitet und verallgemeinert, und ein Verlauf kann nicht als reversibel vorgestellt, werden. Das Verständnis für Entwicklungen fehlt oft bzw. die Bewertung von Variationen ist ausschließlich an die Rezeption gebunden.

Egozentrismus und Anthropomorphismus synthetisieren eine starke affektive Besetzung der Umwelt. Bestätigende und ungünstige Gefühle und Erlebnisse verknüpfen sich mit Personen, Objekten und Orten, die nur akzidentellen Wechselbeziehung mit den Geschehnissen haben (physiognomische Auffassung der Umwelt).

Gefühlsmäßige Programmierungen in diesem Alter mögen die Grundsätzliche Einstellung des Kindes zu seiner Umgebung entscheidend verändern.

Der Scheitelpunkt der kleinkindhaften Weltauffassung fällt ins 4. Lebensjahr und wird dann sukzessiv abgebaut. Der gewichtige Ablaufschritt zur Reduzierung der magischen Weltauffassung ist die Kenntniserlangung der Grundannahme der Eigenbewegung alles Lebendigen.

Leblosen Dingen werden nachgerade keine menschlichen Kennzeichen mehr zugeschrieben, das Denken wird stets realistischer. Ungefähr Ende der Vorschulzeit beginnen sich Erlebnis und Denken zusammen zu koinzidieren und die Generalisierung von Einzelerlebnissen wird realisierbar.

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