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Dienstag30 Mai 2017

Weltauffassung in der Vorschulzeit

Die Weltauffassung des Vorschulkindes divergiert grundlegend von dem Weltverständnis des Erwachsenen. Das Kind hat einen geringen Erlebnisschatz und mag noch nicht diskursiv denken. Als einzigen Verknüpfungspunkt hat es sich selbst, seine Wünsche, Emotionen und Erfahrungen;

die Dinge aus Distanz sehen, sie objektiv feststellen, kann es bislang nicht. Aufgrund dessen nimmt es an, daß solche mit denselben Charakteristika und Fähigkeiten versehen sind wie es selbst (Egozentrismus).

Die leblose Welt wird menschlich gemacht, sie ist nichts vom Menschen Unabhängiges. Impuls und Wirkung können in ihrer Relation bislang keinesfalls gesehen werden (ausbleibendes Kausaldenken). Auf die Fragestellung 'warum?' gibt es für das kleine Kind nur die Vollendung einer Perspektive (Finalismus).

Alles hat seine durchweg bestimmte Perspektive in der Weltauffassung des Kindes. Das Denken des Kindes ist metaphysisch. Naturphänomene werden aufgrund geheimer Kräfte und höherer Mächte herbeigeführt. Deswegen entsteht eine Weltauffassung glaubend an die metaphysischen Gestalten der Kinderstube und der Fabelgeschichten.

Das Denken ist ebenso prälogisch und rezeptionsabhängig. Es kann nicht abstrahiert und verallgemeinert, und ein Vorgang kann nicht als invertierbar vorgestellt, werden. Das Bewusstsein für Modifikationen fehlt vielmals bzw. die Einschätzung von Dynamiken ist allein an die Rezeption gebunden.

Egozentrismus und Anthropomorphismus bewirken eine starke emotionelle Besetzung der Umgebung. Affirmative und widrige Emotionen und Erlebnisse verbinden sich mit Personen, Objekten und Orten, welche allein akzidentellen Wechselbeziehung mit den Ereignissen haben (physiognomische Auffassung der Umgebung).

Emotionelle Programmierungen in diesem Lebensalter können die Grundsätzliche Einstellung des Kindes zu seiner Umwelt gravierend verändern.

Der Gipfelpunkt der kleinkindhaften Weltauffassung fällt ins 4. Altersjahr und wird dann graduell abgebaut. Der gravierende Abschnitt zur Reduzierung der magischen Weltanschauung ist die Entdeckung der Kondition der Eigenbewegung alles Lebenden.

Unbelebten Dingen werden nunmehr keine menschlichen Attribute mehr zugeschrieben, das Denken wird ständig wirklichkeitsnäher. Etwa Ende der Vorschulzeit beginnen sich Übung und Denken zusammen zu decken und die Generalisierung von Einzelpraxis wird realisierbar.

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