Aktuelle Seite: Home 2.-6. Jahr Kognitive Kleinkindhafte Weltanschauung

Donnerstag19 Januar 2017

Kleinkindhafte Weltanschauung

Die Weltanschauung des Vorschulkindes distinguiert sich grundlegend von dem Weltbegreifen des Erwachsenen. Das Kind hat einen geringen Erlebensschatz und mag noch nicht kohärent denken. Als alleinigen Wechselbeziehungspunkt hat es sich selbst, seine Wünsche, Gefühle und Erlebnisse;

die Dinge aus Abstand sehen, sie objektiv feststellen, kann es bislang nicht. Also nimmt es an, daß diese mit denselben Eigenschaften und Qualifikationen ausgerüstet sind wie es selbst (Egozentrismus).

Die leblose Welt wird anthropomorphisiert, sie ist nichts vom Menschen Losgelöstes. Anreiz und Folge mögen in ihrer Relation bislang keineswegs gesehen werden (ausbleibendes Kausaldenken). Auf die Frage 'warum?' gibt es für das kleine Kind allein die Vollbringung einer Perspektive (Finalismus).

Alles hat seine rundweg bestimmte Absicht in der Weltanschauung des Kindes. Das Denken des Kindes ist magisch. Naturerscheinungen werden zufolge geheimer Kräfte und höherer Mächte hervorgerufen. Also entsteht eine Weltauffassung glaubend an die transzendenten Gestalten der Kinderstube und der Märchengeschichten.

Das Denken ist zusätzlich prälogisch und rezeptionsgebunden. Es kann nicht hergeleitet und induziert, und ein Verlauf kann nicht als umkehrbar vorgestellt, werden.

Das Bewusstsein für Variationen fehlt immer wieder bzw. die Einschätzung von Veränderungen ist ausschließlich an die Perzeption gebunden. Egozentrismus und Anthropomorphismus erschaffen eine starke emotionale Besetzung der Umwelt.

Affirmative und ungute Gefühle und Erfahrungen kombinieren sich mit Personen, Gegenständen und Orten, die allein zufälligerweise Verknüpfung mit den Vorkommnissen haben (physiognomische Auffassung der Umgebung).

Gefühlsmäßige Programmierungen in diesem Alter mögen die Grundhaltung des Kindes zu seiner Umwelt ausschlaggebend beeinflussen.

Der Gipfelpunkt der kleinkindhaften Weltanschauung fällt ins 4. Altersjahr und wird dann mit der Zeit abgebaut. Der gewichtige Ablaufschritt zur Abnahme der magischen Weltanschauung ist die Kenntniserlangung der Prämisse der Eigenbewegung alles Lebendigen.

Unbelebten Dingen werden unterdies keine menschlichen Charakteristika mehr zugeschrieben, das Denken wird ständig wirklichkeitsnäher. Gegen Ende der Vorschulzeit beginnen sich Erleben und Denken zusammen zu koinzidieren und die Generalisierung von Einzelpraxis wird möglich.

About Us

Powered by SkillZone

Breadcrumbs

Aktuelle Seite: Home 2.-6. Jahr Kognitive Kleinkindhafte Weltanschauung