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Freitag18 August 2017

Beziehungsbefähigung und soziale Adaption

Beweglichkeit: Das Kind 'erlernt' sitzen und stehen und vergrößert vor allem kriechend seinen Tätigkeitsradius.

Kognitive Entfaltung: Die Dingauffassung entsteht, überdies: die sensomotorische Intelligenz (Werkzeugdenken) realisiert sich.

Das wichtigste Kennzeichen dieser Zeitspanne ist eine wahrnehmbare Bindung an die beständige Pflegeperson; die soziale Beziehungskompetenz beginnt sich zu entwickeln. Die Wechselbeziehung der Pflegeperson, im Regelfall handelt es sich um die Mutter, mit ihrem Heranwachsender ist dabei ausschlaggebend.

Kontaktgespür, d.h. Körperberührung mit der Mutter, Behaglichkeit, freundliches, kosendes Sprechen, Zärtlichkeit, Blickkontakt, ist ein konstitutives Bedürfnis und bildet die Substantiierung der ersten emotionalen Interaktion. Aus einer bejahenden ersten Beziehung entsteht sich Zuversicht zur Welt; die erste Zuordnung ist förmlich das 'Grundmodell', nach dem Zuordnungen im späteren Dasein angelegt werden.

Wie essentiell die ersten Interaktionen des Kindes zu seiner Umgebung sind, zeigen die Schädigungen von medioker hospitalisierten Kindern. Zwar lassen sich keineswegs alle Entfaltungsrückstände, wie ehemalig angenommen wurde, auf die Separation von der Mutter zurückführen.

Intellektuelle Evolutionsstörungen beruhen auf Impulssarmut schlechter Heime und mögen, falls ein Umfeldwechsel zeitig genug erfolgt, rasch aufgeholt werden. Wesentlich komplexer sind die Konsequenzen auf die affektive Entwicklung. Fest steht, daß:

1. für eine gesunde Entwicklung der emotionalen Beziehungsbefähigung und der sozialen Adaptation kompakte, permanente Beziehungen zu Umkreispersonen geboten sind;

2. selbige Beziehungen aber nicht einzig zur Mutter oder alleinig zu einer Person, statt dessen sehr wohl zu mehreren Personen möglich sind; maßgeblich ist, daß die Bezugspersonen sich deutlich mit dem Kind befassen und es Kontaktwärme erfahren lassen.

Die grundlegende Zeit für das Eingehen dieser kompakter Beziehungen und für die Anordnung der Beziehungskompetenz gar ist das Lebensalter zwischen 6 - 8 Monaten und 1 1/2 Jahren.

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